Testplanung Baarerstrasse West / Zug (CH-ZG)

Auftraggeber: Baudepartement der Stadt Zug zusammen mit den Grundeigentümern der Parzellen

Das heute heterogen bebaute Untersuchungsgebiet im Zentrum von Zug ist sowohl der Schlüsselort für die Anbindungen an Nah- und Fernverkehr als auch die Haupterschliessungszone für den Langsamverkehr Richtung Bahnhof. Die ungleichmässige Körnung des Bestandes mit ihren Massstabssprüngen vermittelt weder zwischen den stadträumlich zäsurbildenden Erschliessungsachsen, Bahndamm, Baarerstrasse, Gubelstrasse und Gotthardstrasse, noch bildet sie Aufenthaltsqualitäten aus.

 Die Strategie ist, das Gebiet so zu gliedern, dass es als städtische Spange zwischen dem Bahndamm im Westen und der Baarerstrasse im Osten fungiert. Die Achsen werden betont und die Bewegungsströme in Quer- und Längsrichtung sortiert und stadträumlich genutzt.

Wir schlagen eine Verdichtung des Gebietes mit Punktbauten vor, deren Körnung das bestehende Stadtgewebe ergänzt. Mit je vier Vorderseiten erfüllt es den Wunsch nach stärkerer Differenzierung und Charakterbildung auch in die Tiefe des Areals hinein.

  Das EG und das 1.OG rücken je nach innen- und aussenräumlicher Funktion und Nutzung zurück, betonen die Eingänge und die Wege und bestimmen zudem den Aussenraum mit. Die ersten fünf Geschosse übernehmen die angrenzenden Traufhöhen und verweisen auf den näheren Kontext.

 Desweitern wird der Bahndamm mit einem raumbildenen Anbau ergänzt. Dieser belebt mit kommerziellen Nutzungen die wichtige Erschliessungszone zu den Bahnübergängen und übernimmt zudem infrastrukturelle Aufgaben, wie Tiefgaragenzufahrt und Velounterstand. Durch seine Kubatur funktioniert er als Orientierungssystem. Diese bauliche Ergänzung erfüllt im Wechselspiel mit den Neubauten das Ziel, eine Raumfolge quer über das Gebiet mit differenzierten Qualitäten und hohem Nutzungspotential anzubieten.

  Mit der Neugestaltung der Baarerstrasse zum Boulevard wird zwischen den beiden Strassenseiten vermittelt. Durch die Positionierung der ÖV-Haltestellen hinter die durchgehende Baumreihe auf den verbreiterten Trottoir, wird die Strassenachse akzentuiert.

 

Architektur: Bachelard Wagner Architekten, Basel 
Mitarbeit: Baharak Tajbakhsh, Tilman Glatz

Verkehr: Rapp Infra AG 
Mitarbeit: Reto Vollenweider