Stapferhaus Lenzburg (CH-AG), WETTBEWERB

Kanton Aargau

"Das Stapferhaus Lenzburg schafft mit seinen Ausstellungen Räume zur Auseinandersetzung mit Gegenwartsfragen. (...) Als eine Art Labor für Lebenskunst macht das Stapferhaus das Schwierige zugänglich und führt Zusammenhänge vor Augen, ohne vorgefertigte Antworten zu liefern. (...) Auf diese Weise machen Stapferhaus-Ausstellungen Gegenwart erkennbar und verhandelbar."

Mit dem Neubau „Haus der Gegenwart“ auf dem Bahnhofplatz von Lenzburg soll die Institution des Stapferhauses alle Räumlichkeiten unter ein Dach bringen und eine verstärkte Sichtbarkeit im öffentlichen Raum erlangen. Das Haus soll maximale Flexibilität für verschiedenartige Ausstellungen bieten.

Die Bespielbarkeit als Programm des Hauses der Gegenwart setzt eine Architektur der Kulisse voraus. Dieser Sachverhalt bildet die Ausgangslage und liefert die Leitideen für das Projekt - operativ, immateriell, konstruktiv. Das Haus der Gegenwart tritt als geometrisch autonomes Gebäude auf dem Bahnhofsplatz auf. Das Volumen wird in der Tiefe der Parzelle mit einer konstanten Höhe entwickelt. Die allseitige Ausrichtung des Körpers signalisiert den öffentlichen  Charakter des Areals. Westlich führt eine Mauer zu dem neuen Wohngebäude und grenzt den öffentlichen Weg von den privaten Aussenräumen ab. Die Architektur des Hauses wird konsequent von ihren performativen Zwecken bestimmt. Alle Gebäudebestandteile, sowohl innen wie aussen, werden als szenografische Infrastrukturen konzipiert. Die Bespielbarkeit des Hauses wird erweitert durch verschiedene, mögliche Wegführungen und unterstützt durch die hohe Flexibilität der Raumeinteilgen. Die doppelte vertikale Erschliessung und die kompakte Funktionsanordnung sichern einen effizienten Betrieb - kurze Wege für die Mitarbeiter und simultane betriebliche Abläufe. 

Im Hintergrund der Szenographie wird die Konstruktion sichtbar gelassen. Das weitgehend vorfabrizierte Tragwerk aus Beton, die abstrakt gehaltene Fassade aus Holzrahmen und die sichtbar geführte Haustechnik treten als Bestandteile jeweils für sich in Erscheinung auf. Die Reduktion der Konstruktion auf präzise proportionierte Bauelemente formuliert ein Haus als edles Gerüst.

 


Architektur: Bachelard Wagner Architekten, Basel

Szenographie: Tatin Design Studio, Basel

Landschaftsarchitektur: August + Margrith Künzel, Basel

Statik: Schnetzer Puskas Ingenieure, Basel

Haustechnik: ADZ, Luzern

Generalplaner: Emch+Berger, Basel

Visualisierung: Indievision, Zürich