Stadtabschluss Nordwest (CH-BS) / Testplanung

...zum Abendessen gibt es Tomaten vom Dach...

Im Rahmen der Gesamtrevision des Zonenplans wurde das Gebiet „Stadtabschluss Nordwest“ im Basisratschlag thematisiert. Vor dem Entscheid über dieneuen Festsetzungen im Nutzungsplan sollten die Spielräume für Art, Anordnung und innere Struktur der Nutzungen untersucht werden, um die entscheidenden Randbedingungen für die weitere Entwicklung adäquat abzuleiten.

Das Areal beschreibt den Übergang der Stadtränder von Basel zu Bourgfelden. Die Konzentration des Szenarios auf eine städtebauliche und strukturbelebende Strategie, hat zum Ziel diesen Ort als verbindendes Element herauszuheben und zu aktivieren. Das erarbeitete Szenario wird in 4 Phasen unterteilt: zwei Pionierprojekte und zwei Anschlussprojekte. 

A+B PIONIER I : Die Baukörper A und B definieren den Strassenraum und formulieren, gestützt auf die Topographie, die Stadtkante von Basel und Bourgfelden. Diese zwei Gesten können als städtebaulich grundlegendes Ziel übernommen werden, um Variationen von den dargestellten Volumen zu beurteilen. 

Zu untersuchende Kriterien wären die Höhenabwicklung der Gebäude (Testplanung einheitlich 5-geschossig), die Bewegung entlang der Strassen- und Hangkantenflucht, die Gebäudeköpfe (Testplanung spitz und dicker) und der volumetrische und architektonische Ähnlichkeitsgrad von A und B.

C PIONIER II : Über die Dächer der Teppichsiedlung wird der geplante Landschaftspark mit der Parkanlage der PUK vereinigt. Es ergibt sich für die Teppichhäuser eine Begrenzung auf zwei Geschossen, ergänzt durch ein humussiertes Dach auf Strassenniveau. Diese Dachebenen verhalten sich zusammen folglich wie ein fortgesetztes Plateau in Bezug zur Strassenebene. Die bestehende Einteilung der Schrebergärten bestimmt die Baufelder. Minimale Einbahnstrassen erschliessen die Siedlung. Der Boden ist ab Strassenrand privat. Innerhalb der Baufelder (Strassenlinien 10m) werden die Häuser frei platziert. Die knappe Baufeldtiefe fördert eine maximale Dichte. Im Gegensatz zu den engen Hof- und Strassenabständen bieten die Dächer gut nutzbar und grosszügige Privaträume. Dank der Einfachheit der Siedlungsstruktur kann die Frage ob die Ausführung in einzelnen Häusern, Blockteilen oder dem ganzem Block geschehen soll dem Markt überlassen werden.

D-ANSCHLUSS I : Dieses Teilareal verstehen wir als Übergang; funktionaler Übergang zwischen Wohn- und Kliniknutzungen, topografischer Übergang zwischen der Hangkante (künstlich fortgesetzt mit Dachgärten) und dem tiefliegenden Areal und landschaftlicher Übergang zwischen der Schreberdächerlandschaft und dem Klinikpark. 

E ANSCHLUSS I : Das Teilareal E bildet den Übergang vom neuen Wohnareal zu der angrenzenden Zone mit REHAB, Casino, Stadtwäscherei und PUK. Der öffentliche Charakter des Projekts dient einerseits der Diversifizierung des Quartierangebots, andererseits der Verankerung des neuen Areals im Stadtgedächtnis. 

2011 wurde eine Initiative «zum Schutz von Basler Familiengartenarealen», die alle bestehenden Gärten auf Stadtboden ganz und auf Dauer sichern wollte, zwar abgelehnt, doch der Gegenvorschlag mit einem Teilschutz kam durch. Eine Planung des Stadtabschlusses ist in Folge dessen bis auf die nächsten 20 Jahre nicht möglich.


Architektur: Bachelard Wagner Architekten, Basel

Landschaftsarchitekten: Topotek 1, Berlin