Siedlung Stöckacker Süd / Bern (CH-BE) / offener Wettbewerb 4. Preis

Auftraggeber: Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik Stadt Bern

...ökologisch, gross, verankert...

Die Siedlung Stöckacker liegt im Stadtteil Bümpliz ca. 4 km westlich der Berner Altstadt. Auf der Südost-Seite wird sie durch die Bahnlinie Bern-Lausanne begrenzt. Auf der Westseite steht ein markantes Wohn- und Geschäftshaus mit betreuten Alterswohnungen. Auf der Nordseite schliesst die Siedlung an ein heterogenes Quartier mit teilweise denkmalgeschützten Wohnhäusern, älteren Siedlungen und neueren Mehrfamilienhäusern.
Das Quartier ist von Zeilenbauten geprägt. Entlang der Bahnlinie und der Strasse befinden sich grossmassstäbliche Volumen.

Das neue Gebäude soll exemplarisch aufzeigen, wie Wohnungen, die den heutigen und künftigen Bedürfnissen von Wohnkonzepten, sowie dem Wohnen im Alter entsprechen, mit ökologischen Anforderungen kombinierbar sind.

Strategie ist, die Qualitäten eines Minergie P Hauses herauszuschälen, und damit einen neuen Weg für die Konzeption von Wohnhäusern zu beschreiben. 

Das bedeutet konkret die Ausnutzung der Kompaktheit über die Erzeugung und Ausnutzung von Höhe und Tiefe.
Die daraus resultierende Grossform spielt den Boden frei und setzt symbolisch gegen die Bahnlinien ein selbstbewusstes Zeichen.

Die Stärkung der Masse nach Innen und die Reduktion der Fassadenhaut ermöglicht tiefe Grundrisse und grösstmögliche Aussichts- und Besonnungsflächen. Mit der diagonal konzipierten Grundrissdisposition wird man der grossen Gebäudetiefe adäquat gerecht. 

Die überhohen Räume lassen viel Licht herein und wirken sich zudem grosszügig auf den Wohnkomfort aus. Hinter dem durchgehenden Dämmperimeter wechseln sich unterschiedliche Öffnungsmöglichkeiten für den Innenraum ab. 

Städtebaulich orientieren sich die Abschlüsse des Volumens klar zur bestehenden Bebauung. Sie setzen sich durch ihre Proportion und durch ihren Abstand eindeutig in den Kontext der Siedlung.

Von diesen Punkten aus löst das Gebäude aber den direkten Kontakt zum Kontext und öffnet in seiner Bewegung den Raum für die Entwicklung in die Höhe ohne dabei die nördlichen Nachbarliegenschaften zu beeinträchtigen.

 

Architektur: Bachelard Wagner Architekten, Basel
Mitarbeiter: Anja Beer

Landschaftsarchitekt: James Melsom, Zürich

Beratung Minergie: Ingenieurbüro Stefan Graf

Akustik: Martin Lienhard

Bilder: Sven Schröter