Wohnüberbauung Rennwegdreieck Freiburg (DE-BW), WETTBEWERB 1.PREIS

Freiburger Stadtbau GmbH

In Freiburg im Breisgau, im Stadtteil Herdern, soll ein Wohnhaus mit ca. 50 Wohnungen und Dienstleistungsfläche entstehen. Das Grundstück ist umschlossen von drei stark befahrenen Strassen. Die Umwandlung dieses speziellen Verkehrskotenpunktes in einen bewohnbaren Stadtteil war hier das oberste Ziel. Um das zu lösen, wurde sich beim Konzept dreier Methoden bedient. Dem städtebaulichen Kontext, der Form des Gebäudes und der Materialität der Fassade.

Das neue Haus ist kein Solitär, sondern wirkt zusammen mit den bestehenden Fluchten und Höhen der benachbarten Gebäude. Ausserdem werden die gegebenen Baumalleen stark in das Projekt einbezogen, die bestehenden Bäume weitestgehend übernommen. Das dreieckige Gebäude mit zentralem Treppenhaus wird durch Knicke, Erker und abgeschnittene Spitzen zu einem facettenartigen Baukörper ausgebildet. Somit vertikal verankert stellt sich das Haus den Verkehrsflüssen entgegen. Durch die Verformung des Dreiecks wird zusätzlich auch die grundrissliche Organisation optimiert.

Die starke materielle Präsenz des farblich changierenden Klinkers unterstützt die Absicht, das Haus fest mit dem Boden zu verankern. Der Stein bietet dem Betrachter eine Bildfläche.Volle Brüstungen bieten einen guten primären Lärmschutz und adäquate Möblierungsmöglichkeiten. Breite sturzlose Öffnungen stellen Blickbezüge auf die Stadträume sicher und maximieren die natürliche Belichtung.

Die Wohnungen sind in Schichten um den Kern organisiert. Eine erste Schicht mit Eingängen, Abstellräumen, Nasszellen und Schächten umringt das Treppenhaus. Die zweite umfasst die Wohn- und Schlafräume.Durch den Einsatz von eingezogenen Loggien wird die Frontalität der Wohnungsausrichtung unterbrochen. Einerseits öffnen sich für die angrenzenden Wohn- und Schlafzimmer seitliche Blickbezüge und andererseits entsteht hinter der Loggia ein Essraum in der Tiefe des Hauses mit mehr Abstand zum Stadtraum. Die Loggia spielt eine zentrale Rolle für die Wohnqualität an dieser lärmexponierten Lage. Die einfache Verglasung und schallabsorbierenden Materialen der Loggieninnenseiten machen es möglich, in alle angrenzenden Zimmer die Aussenluft und das gedämpfte Stadtgeräusch in die Wohnungen zu lassen. 


Architektur: Bachelard Wagner Architekten, Basel

Mitarbeit: Katja Müller

Bauphysik: GK Bauphysik, Freiburg (DE)
Mitarbeit: Robert Krauthausen

Bilder: Sven Schröter