Postareal und Allee in Liestal (CH-BL), WETTBEWERB

Post Immobilien Management & Services AG und Stadt Liestal

Im Rahmen der Entwicklung des Bahnhofsareals in Liestal, bildet der Baustein des Postareals den Abschluss aber auch den Übergang vom Bahnhof hin zur Altstadt. Die Bestandsliegenschaft der Post Immobilien soll unter Einbezug weiterer Parzellen rückgebaut und neu projektiert werden. Diese Entwicklung findet explizit zusammen mit der Stadt Liestal statt, die Eigentümerin der Nachbarparzellen ist und grosses Interesse an einer Neugestaltung der Allee hin zu einem attraktiven Begegnungs- und Aufenthaltsort hat. 

Die Stellung von zwei Volumen am Rand der Ebene des Bahnhofsplatzes ermöglicht zum einen klare Sichtbezüge vom Bahnhofsplatz hin zur Altstadt, zum anderen den fasst es den östlichen Teil des Bahnhofplatzes. Volumetrisch angelehnt an der zukünftigen dichten Bebauung um den Bahnhof, ist hier die Suche nach dem richtigen Gleichgewicht zwischen Leere und Masse ausschlaggebend.

Der Perimeter ist geprägt durch zwei Seiten mit gegenteiligem städtebaulichen Charakter: auf der einen Seite die Dichte des neuen Bahnhofsviertel und auf der anderen die Weite, mit dem prägenden Vis-à-vis der Altstadt an der Kante des Orisbach Stadtgartens. Diese Dichotomie wird im Gebäude aufgenommen und findet ihren Ausdruck im Gebäudeschnitt und in der Nutzungsverteilung.

Auf der Seite Postplatz–Poststrasse befinden sich Dienstleistungsräumlichkeiten mit entsprechender Raumhöhe, wohingegen sämtliche Wohnung zu Altstadt und Stadtgarten orientiert sind. Ein Splitlevel rund um den gemeinsamen Kern, eine ähnliche Fassadengestaltung und die einheitliche Gebäudestruktur binden das Gebäude wiederum zusammen. 

Zwei urbane Treppenanlagen und ein öffentlicher Lift schaffen direkte Fussgängerverbindungen von einem Niveau zum anderen und schlussendlich vom Bahnhof hin zur Altstadt über Grünanlage und Allee.

Die Aufwertung des Bachbettes zusammen mit dem Stadtgartenprojekt verstärkt die Wahrnehmung vom Orisbach als eine natürliche Trennlinie zwischen dem Plateau des Bahnhofgebietes und dem Hügel der Altstadt, damit verdeutlicht es gleichzeitig die Topographie und die Geschichte der Stadt. Die neue Allee versteht sich mit dem Orisbach als komplementäres Element zur dicht bebauten Umgebung. Durch Weite und Vegetation positioniert sie sich als Stadtgarten.




Architektur: Bachelard Wagner Architekten, Basel

Mitarbeit: Elias Rüedi, Luca Chanteau

Landschaftsarchitektur: Berchtold Lenzin Landschaftsarchitekten, Liestal

Bilder: Sven Schröter