Ozeanium / Basel (CH-BS) / Wettbewerb

Auftraggeber: Zoologischer Garten Basel AG

Der Zoo Basel hat den Wunsch ein Grossaquarium zu errichten, das sich den Lebensformen und den Ressourcen der Ozeane widmet. Der Neubau auf der Heuwaage soll eine inhaltliche wie räumliche Verbindung zwischen dem urbanen Leben der Innenstadt und der grünen Oase des Zoos schaffen. 

Städtebaulich besteht die Herausforderung primär darin, der Gebäudemasse, die im kritischen Verhältnis zum Ort steht, gerecht zu werden. Dem wird konzeptuell damit entgegnet, dass der Hauptteil des Gebäudes in die Erde versenkt wird. Der oberirdische Teil kann sich nun am Masstab des städtischen Kontextes orientieren.

Dieser sichtbare Gebäudeteil präsentiert sich als Stadthaus an der Heuwaagekreuzung. Er wird parkseitig über einen Vorplatz mit dem zum Ensemble gehörenden Seeotterpavillon verbunden. Als optisch losgelöstes Annexgehege  verbindet dieser den Zoo über das Nachtigallwäldli mit dem Ozeanium, und bildet damit auch den städtischen Abschluss zum Park. Verglaste Öffnungen bieten zusätzliche Einblicke auf die Seeotter und Pinguinee im Innenbereich des Ozeanium. 

Der Ozeaniumvorplatz beherbergt neben dem Seeotterpavillion auch öffentlich genutzten Bereiche, wie Buvette, gedeckte Räume mit Sitzbänken und Kassen. Die vielfältigen Zugangssituationen des Gebäudes werden so verteilt, dass der Aussenraum allseitig bespielt wird. 

Innenräumlich verfolgt die Typologie der Ausstellung den Zweck, die Konzentration des Besuchers auf die dargebotenen Naturwelten zu maximieren. Dies wird durch einen sanften Rundlauf der Besucherrampe nach unten, perspektivisch platzierte und inszenierte Becken, präzise kontrollierte Lichtverhältnisse und dynamisch konzipierte Becken erreicht.

Alle wesentlichen Funktionen des Ozeaniums werden in den Rundgang integriert. Lediglich der halböffentliche Bereich mit Auditorium und den Schulungsräumen im 3.Obergeschoss wird separat direkt über das Foyer über Aufzüge erschlossen. Die Aussenterrasse mit Blick sowohl auf den umliegenden Park sowie in die internen Mangrovenhaine und die Korallenwasseroberfläche verknüpft das Auditorium räumlich mit dem restlichen Gebäude.

Nach Aussen führt der Neubau mit seiner Lochfassade die Idee des Stadthauses weiter. Einzelne Fenster setzen bewusst Akzente zur Heuwaageseite. Dem Park begegnet das Gebäude ruhig mit den dem Restaurant und den Schulungsträumen dienlichen regelmässig gesetzten Öffnungen.


Architektur: Bachelard Wagner Architekten, Basel

Mitarbeit: Jennifer Gend, Marie Annick Horton, Matthias Bill
in Zusammenarbeit mit  
Chabanne & Partenaires, Lyon 

Mitarbeit: Damien Nonat, Victor Mouilleron

Aquarienplaner: Ocean Projects, Shaftesbury (UK) 

Mitarbeit: Mike Causer, Cedric Guignard

Zoologe: Biozones Consulting, Rillieux le Pape (FR)

Mitarbeit: Eric Plouzeau 

Landschaftsarchitektur: James Melsom, Basel

Statik: ZPF Ingenieure AG, Basel

Mitarbeit: Nico Ros

Haustechnik: Ingenieurbüro Stefan Graf, Basel

Mitarbeit: Andreas Jörg

Fassadenplanung: Emmer Pfenninger, Münchenstein 

Mitarbeit: Steffi Neubert

Bilder: Sven Schröter, Hannover