Wohnen am Bahnhof SBB Süd-Ost (CH-BS) / Studienauftrag

Auftraggeber: Immobilien-Anlagestiftung Turidomus

...die Ecke spürbar machen...

Die Blockrandbebauung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts sollte aus Sanierungsgründen nach Ablauf des Mietvertrags Ende 2010 abgebrochen und ersetzt werden.

Der Schwerpunkt der künftigen Nutzung sollte Wohnen für mobile Menschen oder für solche mit urbaner Haltung, zum Beispiel für Pendler, im mittleren bis leicht gehbenen Segment, vor allem 2-3 Zimmerwohnungen sein.

Ergänzend waren Gewerbe, Verkauf, Dienstleistung, Gastronomie vorgesehen.  

Die Blockrandparzelle hat den offenen Bahngleisraum als Vis-à-Vis. Die konstante Dachlinie, die einheitlichen Fassaden und die blockrandtypischen Profile, schneiden einen monolithischen Körper aus, der zwischen Blockrandteil und autonomen Objekt oszilliert.

Die fächerförmige Struktur des Hauses, welche durch die geringe vorgegebene Bautiefe ermöglicht wird, unterstützt die übergeordnete Idee, das Projekt als ein Haus in Erscheinung treten zu lassen.  

Diese geometrisch atypische Lösung ermöglicht jeder Wohnung sowohl eine Hof- als auch eine Strassenorientierung. An diesem Ort bietet diese Ausrichtung besonders kontrastreiche Konditionen. Lärm, Urbanität und Weitsicht stehen Sonne, Ruhe und Vegetation gegenüber.

Die Wohnungen, mehrheitlich für 1 bis 2 Personenhaushalte konzipiert, sind als grosse, durchgehende Räume gedacht. Schiebewände schaffen flexible Raumtrennungen und erzeugen zusammen mit den Sanitärkernen Bereiche zum Schlafen, Arbeiten, Essen und Verweilen. 

Die Differenzierung von Hof- und Bahngleisstimmung spiegelt sich auch im Fassadencharakter wieder. 

Die Strassenfassade, eine perforierte Sichtbetonwand, nimmt sich zurück und ordnet sich dem Blockverband unter. Die Fenstergrössen folgen der in Richtung Nordecke steigenden Geschosshöhe und lassen die topographische Verformung des Hauses in Erscheinung treten. 

Die Hoffassade schafft für den wohnlichen Nutzen des Hofes einen maximalen Raum. Die privaten Aussenräume, Loggien und Balkone orientieren sich mit raumhohen Schiebefenstern zum Hofbereich. Die Verwendung von Holz für Fenster und Sonnenschutz bestimmt die behagliche Atmosphäre.


Architektur: Bachelard Wagner Architekten, Basel
Mitarbeiter: Christoph Schlup

Lichtplanung: Etienne Gillabert, Lausanne

Bilder: Sven Schröter, Hannover