Erweiterung Kunstmuseum Bern (CH-BE) / Zweistufiger Wettbewerb / 1. Preis

Bauherrschaft: Stiftung Kunstmuseum Bern

...Es gibt keinen Grund nicht weiter zu bauen...


In Bern sollte neben dem klassizistischen Stettler-Bau ein neuer Baukörper für die Gegenwartskunst entstehen. Eine Schenkung des in Bern geborenen Unternehmers Hansjörg Wyss hätte dem Museum ermöglicht, seine Ausstellungsflächen um 1500 m2 zu vergrössern.

Der zu planende Erweiterungsbau sollte nun mit einem grosszügigen Raumangebot, polyvalenten Nutzungsmöglichkeiten und einer radikalen Einfachheit in der Gestaltung Raum für die Gegenwartskunst bieten.

Um die Wechselwirkung zwischen Alt- und Neubau zu verstärken stand das Thema Anbauen im Mittelpunkt des Projektes. Im Ganzen neu konzipiert wurde die bislang der Aare zugewandte Fassade des Stettler-Baus neu in Dialog mit den ausgestellten Kunstwerken gesetzt.

Der Hodlersaal, der ehemalige Hauptsaal, stand nun folglich nicht mehr in Beziehung zu aussen, sondern zu einer anderen Kunstepoche. Die neue räumliche Konstellation bot einen in sich kohärenten Ausstellungsrahmen. 

Der sehr kompakt geplante Neubau und die optimierten Erschliessungselemente schafften Raum für grosszügige Ausstellungshallen trotz knapper Platzverhältnisse. Alle drei Ausstellungsgeschosse waren auf gleicher Höhe mit dem Altbau verbunden. So war es möglich sowohl gebäudeübergreifende Ausstellungen, wie auch von einander unabhängige zu konzipieren. Folglich konnte die Durchlässigkeit zwischen den Ausstellungsräumen des Stettler- und des Anbaus entsprechend den Bedürfnissen jedes Ausstellungskonzeptes, mit Schiebewände bis hin zur vollständige Trennung der Gebäudeteile verändert werden.

Die bewusste Gegenüberstellung der klassischen Fassadenelemente des Bestandes, mit den mechanisch, kubischen Fassadenelementen der neuen Ausstellungshallen, gaben dem Anbauprojekt seinen architektonischen Ausdruck. Pyramidale Formen in unterschiedlichen Kombinationen ergaben hier ein Muster von inversen Steinquadern, geschichtet im Rhythmus der Ecksteine und Gesimse des alten Baus.

Leider erwies sich das gewonnene Projekt mit den Vorgaben des Denkmalschutzes als nicht vereinbar.Das nachgerückte Projekt von  den Tessiner Architekten Nicola Baserga und Christian Mozzetti erwies sich als unwirtschaftlich.Bis heute ist leider noch kein mögliches räumliches Szenario für den Bereich der Gegenwartskunst gefunden worden.

Architektur: Bachelard Wagner Architekten, Basel
Mitarbeit: Fahny Pesenti

Statik: Büro Thomas Boyle + Partner AG, Zürich 

Haustechnik: Waldhauser Haustechnik AG, Basel