Wohnüberbauung Baufeld 10 / Bern-Brünnen (CH-BE) / offener Wettbewerb 1. Preis

Auftraggeber: Burkhalter Architekten AG

Brünnen liegt am westlichen Stadtrand von Bern, welches durch die städtebauliche Entwicklung der Nachkriegszeit geprägt ist. 
Das Grundmuster des Ortes richtet sich auf die öffentlichen Räume aus, in denen klar definierte, urbane Strassen, Platz- und Grünanlagen, sowie eine in der Regel viergeschossige, frontbildende Überbauung festgelegt werden. Die Bebauungsstruktur ist orthogonal aufgebaut.

Der Planungsperimeter war bestimmt von Höhenbeschränkungen, maximaler Baudichte, einem dichten Netz von Baulinien und einer gleichmässig nach Norden abfallenden Topographie.

Das Ziel des Projektes bestand darin, mit der möglichen Bausubstanz, die über die grosse Fläche zu planen war, einen gefassten Raum zu erzeugen. Unkonventionelle Wohnungen sollten klar eine Abkehr vom gängigen Bild des Geschosswohnungsbaus formulieren.

Mit dem Verzicht auf eine starke Frontbildung nach aussen, die Aufteilung des Volumens auf zwei kompakte, Ost-West orientierte Zeilen und die den Hof stärkende Orientierung der Balkone nach innen, wurde diesem Ziel Folge geleistet. 

Jede Zeile hat eine eigene Grundrisstypologie. Die nach Norden abfallende Topographie wurde zudem auf den Innenraum transferiert und bestimmt nun charakteristisch die Wohnqualität.

Das West-Gebäude, mit den nach Osten orientierten Balkonen, ist charakterisiert durch seine diagonal verknüpften, gebäudetiefen Wohn-Essräume. Die Überhöhe aller Räume mit einer Höhe von 2.85 m ist eine klarer Bruch mit dem sonst eingeschränkten Muster der Geschosswohnung.

Das Ost-Gebäude, gliedert sich in 3 Schichten. Nach Osten hin vereinen sich die Ruheräume und nach Westen, zum Hof, öffnen sich die Tagbereich mit Balkonen. 

Räumlich zeichnet sich dieser durch eine Gliederung des Wohn-Essbereiches über die Höhe aus. Geschossübergreifend verschachtelt, ergibt sich je Etage entweder ein leicht versenkter oder ein überhoher Wohnraum.

Da die Fassade für Strasse und Hof atmosphärisch massgebend ist und eine eigene Funktion trägt wurde hier auf das reine Abbilden der innenräumlichen Komplexität verzichtet.

Stattdessen zeigen die Gebäude strassenseitig den Ausdruck einer geschlossenen Form, während  die hofseitige Fassade im Ausdruck zwar nicht ein Abbild der strukturellen Prinzipien ist aber auf Grund der Variation der hofseitigen Raumschicht eine Vielfalt wiederspiegelt.

Architektur: Bachelard Wagner Architekten, Basel
Mitarbeit: Julia Brandenburg, Massimiliano Emanuele, Roberto Ratto Balli

Statik: Büro Thomas Boyle + Partner AG, Zürich